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Steigende Kosten und tiefere Steuereinnahmen

28. September 2022

Der Gemeinderat Hausen AG beantragt an der «Wintergmeind» eine Steuerfusserhöhung um 5 Prozentpunkte auf 110 Prozent.


In den letzten zwei Monaten beschäftigte sich der Gemeinderat intensiv und sorgfältig mit dem Budget 2023 und dem Finanzplan (2024-2032). Dabei wurde klar, dass Hausen AG - trotz guter Prognosen für das Rechnungsjahr 2022 - nicht um eine 5%ige-Steuererhöhung herumkommt. Auf dieser Basis kann für das Budget 2023 ein Ertragsüberschuss von CHF 127'200 und ein Schuldenabbau von mutmasslich CHF 580'000 erzielt werden. Gründe für die Steuerfusserhöhung zeigen sich sowohl auf der Ertrags- als auch auf der Aufwandseite.


Tiefere Steuereinnahmen und höhere gebundene Kosten
Die Gemeinde Hausen AG hat seit 2021 ca. CHF 130'000 (1.5 Steuerprozente) an Steuerkraft verloren. In der Berechnung zum Finanzausgleich 2023 ist ersichtlich, dass der Normsteuerertrag pro Kopf unter dem kantonalen Mittelwert liegt und die Gemeinde Hausen AG deshalb einen Beitrag von CHF 109'000 (1.3 Steuerprozente) aus dem kantonalen Finanzausgleich erhält. Zudem führt die im Frühjahr angenommene Steuergesetzrevision zu tieferen Steuererträgen bei den natürlichen und juristischen Personen und wirkt sich mit Mindereinnahmen von ca. CHF 228'000 (rund 2.7 Steuerprozente) negativ auf das Hausener Gemeindebudget aus.
Auf der Aufwandseite sind auch in den nächsten Jahren steigende Kosten bei den Volksschulen sowie im Sozial- und Gesundheitsbereich zu erwarten. Zudem sind Mittel für steigende Energiekosten sowie für die Instandhaltung und Modernisierung der Schul-, Verwaltungs- und Verkehrsinfrastruktur notwendig. Im Budget 2023 sind dies Mehrkosten von rund CHF 140'000.


Nachhaltige Bewirtschaftung der Liegenschaften
Auf der Basis einer neu erarbeiteten Liegenschafts- und Werterhaltungsstrategie sollen die gemeindeeigenen Liegenschaften zeitgemäss und energieeffizient unterhalten werden. Eine längere Lebensdauer einer Liegenschaft und damit optimale Lebenszykluskosten wird mit einem zweckmässigen Gebäudeunterhalt und zeitgerechten Investitionen in die Instandsetzung erreicht. In der Folge können die zukünftigen Betriebskosten deutlich reduziert und die Erfolgsrechnung entlastet werden. Im Hinblick auf die angestrebte CO2-Neutralität gemäss Klimastrategie 2050 des Bundes sind in den nächsten Jahren die nicht erneuerbaren Energie- und Heizsysteme durch zukunftsfähige Modelle zu ersetzen. Zur Verwirklichung dieser Strategie sollen bis 2030 rund CHF 5 Mio. in den Unterhalt und die Erneuerung von Gemeindeliegenschaften investiert werden.


Den Abbau der Schulden konsequent vorantreiben
Oberstes Ziel des Gemeinderates ist die Senkung der Nettoschuld pro Einwohner von CHF 4'105 pro Einwohner (total CHF 15.3 Mio. per Ende 2021) unter den bekannten Richtwert von CHF 2’500 pro Einwohner (rund CHF 9.5 Mio.). Im aktualisierten Finanzplan soll dieses Ziel im Jahr 2031 erreicht werden. Ohne Steuerfusserhöhung in Kombination mit einer weiterhin strengen Ausgabendisziplin und einer Investitionspolitik, die eine zeitgemässe Entwicklung des Dorfes ermöglichen soll, lässt sich der Abbau der Verschuldung nicht wie geplant bewerkstelligen. Können die Schulden nicht gesenkt werden, exponiert sich die Gemeinde Hausen AG noch stärker, wenn die Zinsen nun wieder zu steigen beginnen.

Der Gemeinderat sieht sich in der Verantwortung den Schuldenabbau zugunsten zukünftiger Generationen voranzutreiben.

Die vom Gemeinderat eingeleitete Leistungsprüfung wird weitergeführt und in verschiedenen Bereichen erweitert. Als Gemeinde, welche aufgrund einer unterdurchschnittlichen Steuerkraft ab dem Jahr 2023 Geld aus dem kantonalen Ressourcen- und Lastenausgleich bezieht, müssen die Leistungen soweit möglich reduziert werden, um die Finanzierung langfristig sichern zu können.

Die Bevölkerung ist herzlich eingeladen, weitere Hintergründe und Details zum Budget an der Informationsveranstaltung vom Mittwoch, 19. Oktober 2022, 19.30 Uhr, im Gemeindesaal, zu erfahren.